Gezielt auf schöne Döbel angeln – So gelingt es!

So angelt man auf Döbel

Lange Zeit war der Döbel ein recht unbekannter Räuber in Deutschland und viele Spinnangler haben sich bisher ausschließlich auf die klassischen Raubfische wie Hecht, Barsch und Co konzentriert. Nun wird klar, der Döbel ist zu recht ein absoluter Trendfisch und immer mehr Raubfischangler probieren sich mit der leichten Spinnrute an dem flinken Räuber. Vom Aussehen her hat dieser Fisch ein wirklich edles Erscheinungsbild, am auffälligsten ist das makellose, glatte Schuppenkleid und die stark orange leuchtenden Bauchflossen. Wer bisher noch keine Erfahrungen mit dem Döbelangeln gemacht hat, sollte es unbedingt mal ausprobieren, denn Döbel können durchaus Größen von 60cm+ erreichen und machen an der L/UL Rute richtig Laune! Der Döbel ist übrigens äußerst kampfstark und anders als von vielen Anglern angenommen, werden diese schönen Räuber nicht erst im fortgeschrittenen Alter zu Jägern, sondern jagen bereits als kleine Jungfische.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Ist der Döbel ein Raubfisch?
  2. Wie und Wo finde ich Döbel?
  3. Wie jagen Döbel?
  4. Welche Köder sind für Döbel geeignet?
  5. Geduld ist gefragt
  6. Kann man Döbel essen?

Ist der Döbel überhaupt ein Raubfisch?

Der Döbel ist vor allem ein Allesfresser. Zu seiner Beute gehören hauptsächlich Wasserlarven, kleine Krebstiere, Insekten und Fische. Der Döbel hat keine Zähne wie es die klassischen Raubfische haben, das hindert ihn aber nicht daran sich durchaus auch an großen Beutefischen zu vergreifen. Ich war doch schon sehr überrascht als sich dieser 53cm Döbel beim Spinnangeln auf meine Hechtmontage ( inkl. Stahlvorfach) mit einem 12cm Gummifisch gestürzt hat. Das zeigt einmal mehr dass, entgegen der verbreiteten Meinung, Döbel nicht nur kleine Brutfische fressen. Als Raubfisch wurde der Döbel lange Zeit sehr unterschätzt.

Döbel auf Hechmontage

Wie und Wo finde ich Döbel?

Döbel halten sich bevorzugt in Fließgewässern mit klarem oder trüben Wasser auf, vereinzelte Tiere sind auch in Seen zu finden. Es spielt keine Rolle ob du an einem klaren Bach oder in einem trüben Fluß mit Schlammboden angelst. Der Döbel kann sich sehr gut tarnen, im trüben Wasser ist der Fisch oft kaum zu erkennen und im klaren Wasser entdeckst du Döbel meist zuerst an dem dunklen Schwanz oder an den manchmal stark orange leuchtenden Bauchflossen. Kleine Jungfische bilden vor allem im Hochsommer zum Teil riesige Schwärme die sich unter überhängenden Bäumen, Büschen oder unter schattigen Brücken sammeln. Je größer die Tiere werden, desto vereinzelter sind sie zu finden und umso kleiner werden die Schwärme. Hast du einmal einen Döbel entdeckt, kann es sich lohnen das Gewässer gezielt mit deinem Köder abzutasten.


Wie jagen Döbel?

Im Prinzip kann man das Jagdverhalten der Flussräuber mit dem von Forellen vergleichen, oft leben sie auch mit Forellen zusammen im Fluss. Döbel sind sehr flink und lauern überwiegend auf Insekten die auf die Wasseroberfläche fallen oder auf dem Wasser entlang treiben. Blitzschnell schießen die kleinen Döbel an die Oberfläche und schnappen sich dort ihren leckeren Cracker. Große Exemplare rauben aber auch gezielt nach Brutfisch, oft kann man das an der Wasseroberfläche oder an Uferrändern beobachten. Nicht selten sorgen die kleinen Räuber so für Herzinfarkt-Momente wenn sie plötzlich einen Meter vor deinen Füßen auf den Köder schießen. Selbst die kleinen haben das schon ganz gut drauf. Die größeren Exemplare halten sich da schon etwas bedeckter und lauern meist in tieferen Zonen. Je größer die Tiere werden, desto schreckhafter werden sie. Es ist also eine gute Idee sich zuerst einmal vorsichtig an das Gewässer heranzuschleichen um zu sehen ob große Döbel in der Nähe sind, um diese dann von weiter Entfernung anzuwerfen. In trüben Wasser kann es passieren das ein großer Döbel grundnah direkt vor deinen Füßen lauert, verhalte dich daher zunächst leise und wirf die Region nah am Ufer ab.


Auf welche Köder reagieren Döbel?

Die Palette der möglichen Köder ist recht groß. Für ein gutes Frequenzangeln sind kleine Spinner, Miniwobbler, Minijerks und Forellenblinker geeignet – gern auch in bunten Neonfarben wie Neon Grün, Rot, Orange, Gelb und Lila. Kleine Spinner funktionieren natürlich auch in den klassichen Farben wie Silber oder Kupfer. Wenn du gezielt auf große Fische angeln willst, empfiehlt es sich die Standorte der älteren Tiere zu finden und dort mit etwas Entfernung mit Wobbler, Oberflächenkäfer, kleine Gummifische oder Schwimmbrot anzugreifen. Döbel sind recht Standorttreu. Gerade die großen Exemplare reagieren auf Schwimmbrot was an der Oberfläche treibt sehr gut. Ab und zu werden sie übrigens auch an der Posen- oder Grundmontage mit Köderfisch, Kirsche, Leber oder Käse gefangen. Da Insekten in das Beuteschema passen, kannst du natürlich auch mit der Fliegenrute fischen.

Diese Spinn-Köder funktioneieren zum Döbelangeln sehr gut:

Speziell für Döbel kannst du die Miniköder von Fischers Gold verwenden. Geeignet sind der Zocker XS, die Wespe, die Fliege oder der Fette Käfer. Weitere Köder sind:

Ab und zu ist gerade an den Flüssen auch eine Forelle als Beifang zu erwarten, daher macht es durchaus Sinn direkt auch Forellenköder mit zu nutzen, denn Döbel und Forellen haben oft ein ähnliches Beuteschema. Als kleinen Zusatz kannst du deinen Spinnköder mit etwas Forellenteig ergänzen oder ihn mit einem Forellenwurm tunen. Große Barsche stehen übrigens auch auf diese Art von Köder, wenn du den Wurm einfach locker am Jigkopf durchs Mittelwasser zupfst. Kleine Mikro-Gummifische, bspw. die Modelle Holo Yoko, funktionieren ebenfalls bestens am Jigkopf sowohl auf Döbel und Forelle als auch auf gute Barsche.

 

Gezielt auf Döbel angeln

Geduld ist gefragt

Wenn du in einem absoluten Döbelrevier angelst, kann die Anzahl der Bisse sehr hoch sein. Allerdings neigen gerade die kleinen Jungfische zu häufigen Fehlbissen. Es kann also sein das du unzählbare Attacken auf deinen Köder bekommst und nur jeder 10te Fisch hängt. Andererseits kommt es aber auch vor, das du deinen Köder in einen Schwarm von 100 Tieren wirfst und es passiert gar nichts. Hier gilt es geduldig zu bleiben und verschiedene Köderarten und Farben zu probieren bis du herausgefunden hast auf was die Fische am besten reagieren. Manchmal hilft bei wechselhaftem Wetter einfach die Farbe zu wechseln oder einfach mal die Hakengröße zu ändern um die spitzen Bisse besser verwerten zu können. Wenn Frequenzangeln nichts für dich ist und du lieber gezielt einen richtigen Dickkopf ans Band bekommen willst, dann solltest du etwas Zeit investieren und die Standplätze der großen Tiere aufsuchen. Beobachte hier zunächst wie das Jagdverhalten der Tiere ist. Wenn die Fische steigen und sich Käfer von der Oberfläche holen oder versuchen nach Pollen zu schnappen, macht es Sinn einen Oberflächenköder oder Schwimmbrot anzubieten.


Kann man Döbel essen?

Ja, natürlich kann man Döbel essen. Das Fleisch ist zart und die Gräten sind bei ausreichender Garung weich und kaum spürbar. Entgegen der weit verbreiteten Meinung das viele Fische nicht schmackhaft sind, trifft das auf Döbel nicht zu. Dieser Fisch ist als Speisefisch durchaus verwertbar und das Fleisch schmackhaft. Wie du diesen Fisch mit wenigen Tricks zubereiten kannst, siehst du in dem folgenden Video.


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