Döbel Angeln – So gelingt es!

So angelt man auf Döbel

Lange Zeit war der Döbel ein noch recht unbekannter Räuber in Deutschland, zumindest wenn es um das gezielte Spinnfischen geht. Die meisten Spinnangler haben sich bisher ausschließlich auf die klassischen Raubfische wie Hecht, Barsch und Co konzentriert. Nun wird aber klar, dass der Döbel mitlerweile ein richtiger Trendfisch geworden ist und heute sehr gerne, besonders in unseren heimischen Flüssen, beangelt wird. In dem folgenden Artikel erfährst du, warum sich die Jagd auf den starken Dickkopf richtig lohnen kann.


Der Döbel – Zurecht ein Trendfisch

Vom Aussehen her hat dieser Fisch ein wirklich edles Erscheinungsbild, am auffälligsten ist das makellose, glatte Schuppenkleid und die stark orangenen Flossen am Bauch. Je nach Region besitzen Döbel eine ausgeprägte Silber-, bis Goldfärbung. Auch im hohen Alter behält der Döbel sein ausgesprochen fehlerfreies Schuppenkleid. Als Flussräuber ist er ein kräftiger und bulliger Fisch, wodurch der Drill beim Angeln, besonders am Light Geschirr, richtig Spaß macht. Wer bisher noch keine Erfahrungen mit dem Döbelangeln gemacht hat, sollte es unbedingt mal ausprobieren, denn Döbel können durchaus Größen von 60cm+ erreichen und machen an der L/UL Rute richtig Laune! Dabei ist dieser Fisch äußerst kampfstark und anders als von vielen Anglern angenommen, werden diese schönen Räuber nicht erst im fortgeschrittenen Alter zu Jägern, sondern jagen bereits als kleine Jungfische.


Ist der Döbel überhaupt ein Raubfisch?

Döbel gehören nicht zu den klassichen Raubfischen, sie sind Allesfresser. Auch wenn dieser Fisch keine Zähne hat, braucht sich der Döbel nicht hinter anderen Raubfischen zu verstecken. Denn vom Jagdverhalten her, kann man keinen Unterschied zu anderen Räubern feststellen. Zu seiner Beute gehören hauptsächlich Wasserlarven, kleine Krebstiere, Insekten und Fische. Als Allesfresser funktionieren aber auch Schwimmbrot, Kirschen, Käse und vieles mehr als Köder. Ich war doch schon sehr überrascht, als sich dieser 53cm Döbel beim Spinnangeln auf meine Hechtmontage ( inkl. Stahlvorfach) mit einem 12cm Gummifisch gestürzt hat. Das zeigt einmal mehr, dass entgegen der verbreiteten Meinung, Döbel nicht nur kleine Brutfische fressen. Als Raubfisch wurde der Döbel viel zu lange unterschätzt.

Döbel auf Hechmontage

Wie und Wo finde ich Döbel?

Döbel halten sich bevorzugt in Fließgewässern mit klarem oder trüben Wasser auf, vereinzelte Tiere sind auch in Seen zu finden. Es spielt keine Rolle ob du an einem klaren Bach oder in einem trüben Fluß mit Schlammboden angelst. Er ist als Fisch relativ anpassungsfähig. Kleine Jungfische bilden vor allem im Hochsommer zum Teil riesige Schwärme, die sich unter überhängenden Bäumen, Büschen oder unter schattigen Brücken sammeln. Je größer die Tiere werden, desto vereinzelter sind sie zu finden und umso kleiner werden die Schwärme. Wärend die kleineren Exemplare relativ einfach mit der Spinnrute und kleinen Ködern gefangen werden können, gestaltet sich das Fangen der Tiere mit zunemender Größe immer schwieriger. Denn um so größer diese Fische werden, desto scheuer und vorsichtiger werden sie.  Hast du einmal einen großen Döbel entdeckt, kann es sich lohnen das Gewässer gezielt mit deinem Köder abzutasten.


Wie jagen Döbel?

Im Prinzip kann man das Jagdverhalten der Flussräuber mit dem von Forellen vergleichen, oft leben sie auch mit Forellen zusammen im Fluss. Döbel sind sehr flink und lauern überwiegend auf Insekten die auf die Wasseroberfläche fallen. Blitzschnell schießen die kleinen Döbel an die Oberfläche und schnappen sich dort ihren leckeren Cracker, was nicht selten zu Herzinfarkt-Momenten beim Angler sorgt. Besonders zur Pollenzeit und bei Schwarmflügen von Insekten, werden diese Fische zunehmend zum Oberflächen-Räuber. Übrigens ist das genau die richtige Zeit um auch mit Fliege an der Wasserkugel oder mit Insektenimitaten zu fischen. Große Exemplare rauben aber auch gezielt nach Brutfisch, oft kann man das an der Wasseroberfläche oder an Uferrändern beobachten.

Die größeren Exemplare halten sich da schon etwas bedeckter und lauern meist in tieferen Zonen. Je größer die Tiere werden, desto schreckhafter werden sie. Es ist also eine gute Idee sich zuerst einmal vorsichtig an das Gewässer heranzuschleichen um zu sehen ob große Döbel in der Nähe sind, um diese dann von weiter Entfernung anzuwerfen. In trüben Wasser kann es passieren das ein großer Döbel grundnah direkt vor deinen Füßen lauert, verhalte dich daher zunächst leise und wirf die Region nah am Ufer ab. Sollten die großen Döbel nicht auf deine Spinnköder reagieren, kann Schwimmbrot oder ein Insektenimitat bessere Ergebnisse liefern.


Auf welche Köder reagieren Döbel?

Die Palette der möglichen Köder ist recht groß. Für ein gutes Frequenzangeln sind kleine Spinner, Miniwobbler, Minijerks und Forellenblinker geeignet – gern auch in bunten Neonfarben wie Neon Grün, Rot, Orange, Gelb und Lila. Auch die klassischen Farben wie Silber, Gold und Kupfer fangen immer zuverlässig. Wenn du gezielt auf große Fische angeln willst, empfiehlt es sich die Standorte der älteren Tiere zu finden und dort mit etwas Entfernung mit Wobbler, Oberflächenkäfer, kleine Gummifische oder Schwimmbrot anzugreifen. Döbel sind recht Standorttreu. Gerade die großen Exemplare reagieren auf Schwimmbrot was an der Oberfläche treibt sehr gut. Ab und zu werden sie übrigens auch an der Posen- oder Grundmontage mit Köderfisch, Kirsche, Leber oder Käse gefangen. Da Insekten in das Beuteschema passen, kannst du natürlich auch mit der Fliegenrute und diversen Insektenimitaten fischen.

Diese Spinn-Köder funktioneieren zum Döbelangeln sehr gut:

Ab und zu ist gerade an den Flüssen auch eine Forelle als Beifang zu erwarten, daher macht es durchaus Sinn direkt auch Forellenköder mit zu nutzen, denn Döbel und Forellen haben oft ein ähnliches Beuteschema. Als kleinen Zusatz kannst du deinen Spinnköder mit etwas Forellenteig ergänzen oder ihn mit einem Forellenwurm tunen. Große Barsche stehen übrigens auch auf diese Art von Köder, wenn du den Wurm einfach locker am Jigkopf durchs Mittelwasser zupfst.

 

Gezielt auf Döbel angeln

Das erste mal auf Döbel? Geduld ist gefragt!

Wenn du in einem absoluten Döbelrevier angelst, kann die Anzahl der Bisse sehr hoch sein. Allerdings neigen gerade die kleinen Jungfische zu häufigen Fehlbissen. Es kann also sein, dass du unzählbare Attacken auf deinen Köder bekommst und nur jeder 10te Fisch hängt. Andererseits kommt es aber auch vor, dass du deinen Köder in einen Schwarm von 100 Tieren wirfst und es passiert rein gar nichts. Hier gilt es immer geduldig zu bleiben und verschiedene Köderarten und Farben zu probieren, bis du herausgefunden hast auf was die Fische am besten reagieren.

Manchmal hilft bei wechselhaftem Wetter einfach die Farbe zu wechseln oder einfach mal die Hakengröße zu ändern um die spitzen Bisse besser verwerten zu können. Wenn Frequenzangeln nichts für dich ist und du lieber gezielt einen richtig großen Dickkopf ans Band bekommen willst, dann solltest du etwas Zeit investieren und die Standplätze der großen Tiere suchen. Beobachte hier zunächst wie das Jagdverhalten der Tiere ist. Wenn die Fische steigen und sich Käfer von der Oberfläche holen oder versuchen nach Pollen zu schnappen, macht es Sinn einen Oberflächenköder oder Schwimmbrot anzubieten. Im Sommer bei drückendem Wetter sammeln sich die Fische gern an schattigen plätzen.


Kann man Döbel essen?

Ja, natürlich kann man Döbel essen. Das Fleisch von Flussfischen ist entsprechend rein und zart. Die Gräten sind bei ausreichender Garung weich und kaum spürbar. Entgegen der weit verbreiteten Meinung, dass diese Fische nicht schmackhaft sind, trifft das auf Döbel nicht zu. Dieser Fisch ist als Speisefisch durchaus verwertbar. Wie du einen Döbel mit wenigen Tricks zubereiten kannst, siehst du in dem folgenden Video.


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