Die besten Beißzeiten zum Angeln auf Hecht (Spinnangeln)

Die besten Beißzeiten zum Angeln auf Hecht

Jahreszeit, Tageszeit, Wetter, Luftdruck und Temperatur etc. Viele dieser Faktoren haben mehr oder weniger Einfluss auf das Beißverhalten des Hechtes. Doch gibt es so was wie die “besten Beißzeiten zum Angeln auf Hecht” überhaupt? In dem folgenden Artikel gehen wir dieser Frage näher auf den Grund.


Gibt es “die besten Beißzeiten zum Angeln auf Hecht” überhaupt?

Fast jeder eingefleischte Raubfischangler kennt sie und hat sie irgendwann schon einmal erlebt. Die magischen Momente, in denen gefühlt im Minutentakt ein Räuber in die Spinnrute schlägt. Das sind diese Tage, die für alle erfolglosen Raubfisch-Touren des Jahres entschädigen. Doch was war in diesem Moment anders? Was war an diesem Angeltag so besonders, dass so viele Räuber plötzlich im Fressrausch sind und es scheinbar nur auf deinen Köder abgesehen haben? Wahrscheinlich könntest du jetzt auch einfach eine Bockwurst an den Haken hängen, trotzdem, es würde sich ein dicker Pike als Abnehmer finden.

So schnell wie der Fressrausch gekommen ist, so schnell ist er meist auch wieder vorbei. Einen Tag später bei  gleichem Wetter, gleicher Köder, gleiche Uhrzeit, gleiche Stelle. Nichts. Kein einziger Biss. Eine wirkliche Erklärung gibt es dazu meist nicht. Man kann bis heute nicht 100% genau bestimmen, zu welcher Zeit die Hechte am besten beißen und was die wirklich ausschlaggebenden Faktoren dafür sind.

DIE besten Beißzeiten zum Angeln auf Hecht gibt es also nicht. ABER, es gibt sehr zuverlässige Faktoren die deine Chancen auf den großen Fang erheblich steigern können. Welche Faktoren das sind, erfährst du jetzt.


Die größten Erfolgsfaktoren zum Angeln auf Hecht

  1. Jahreszeit
  2. Tageszeit
  3. Sonneneinstrahlung
  4. Gewässerstruktur
  5. Wassertrübung
  6. Wind
  7. Köderwahl

Die Jahreszeit

Wie bei allen anderen Raubfsichen auch, spielt die Jahreszeit eine erhebiche Rolle bei der Jagd auf dicke Pikes. Im Winter sind Hechte eher träge und passiv, sie halten sich viel auf dem Grund auf und jagen in der Regel nur noch “Fette Beute” für die es sich lohnt kostbare Energie zu verbrauchen. Das Spinnangeln gestaltet sich in den Wintermonaten zunehmend träge, da Bisse und Fänge nur noch spartanisch und mit zunehmender Kälte immer seltener kommen. In den kalten Wintermonaten solltest du daher eher auf Death Bait umsteigen und es besonders mit großen und fetthaltigen Ködern probieren. Auf dem Grund abgelegt, mit ordentlich “Blutbomben” angefüttert, oder treibend an der Segelpose, stehen die Chancen auf Hecht im Winter sehr gut. Winterhechte sind in der Regel richtig fette Schweine, denn sie haben sich in den Wochen zuvor schon ordentlich Speck angefressen. Wenn du also nicht unbedingt auf Frequenzangeln aus bist und etwas Geduld mitbringst, kannst du im Winter den Fisch deines Lebens fangen.

Die Aggressionen vor dem Wintereinbruch nutzen

Kurz vor Wintereinbruch, kommt noch einmal eine Phase, in der sich die Hechte ordentlich den Bauch vollschlagen und dabei auch sehr aggresiv gegen Fressfeinde vorgehen. In dieser Phase werden verstärkt Artgenossen “Weggebissen”. Es ist also immer einen Versuch wert, in dieser Zeit mit Hechtimitaten zu fischen. Attacken kommen dabei nicht aus dem Hunger heraus, sondern um Konkurrenten zu vertreiben.

Die besten Beißzeiten zum Angeln auf Hecht

In den Sommermonaten, besonders kurz nach der Schonzeit im Mai, erwachen die Räuber mit neuer Tatenkraft. Ausgehungert von der Paarung, sind hier regelmäßig Fressorgien zu erwarten. Die noch besonders milden Tage mit bewölktem Himmel sind dabei besonders zu empfehlen. Mit zunehmender Hitze hin zum Hochsommer, schwächt die Beißbereitschaft der Räuber dann allmählich wieder ab. An besonders heißen Tagen solltest du daher zum Spinnangeln die Stunden ganz früh am Morgen, noch vor dem Sonnen-Aufgang oder die Stunden am Abend, kurz vor Sonnen-Untergang nutzen, dann wenn die Sonne gerade hinter den Baumkronen verschwindet (Top Zeit!). Auch milde Tage im Hochsommer mit abgesunkenen Temperaturen, Gewitter oder Regenschauern können dir gute Beißfenster eröffnen. Im Sommer sind alle Spots an denen sich Brutfisch aufhält, allgemein empfehlenswert.

Nach dem Sommer, wenn die brütend heißen Tage vorüber sind und das Wetter wieder milder wird, beginnen auch die Hechte wieder vermehrt zu beißen. Die Temperaturen fallen, die bewölkten Tage werden mehr und die Beißfrequenz steigt an. Die ersten Hechte fangen an sich auf den Winter vorzubereiten und spachteln ordentlich Fischhappen in sich rein. Die Monate zwischen dem heißen Sommer und den ersten kalten Wintertagen sind ebenfalls eine Top Zeit zum Angeln auf Hecht, vor allem mit der Spinnrute.


Die Tageszeit

Wie oben schon beschrieben, sind die frühen Morgenstunden vor Sonnenaufgang und die späten Abendstunden kurz vor Sonnenuntergang Top Zeitfenster zum Angeln auf Hecht mit der Spinnrute. Das gilt besonders in den Sommermonaten. In den Wintermonaten an denen das Wetter über den ganzen Tag verteilt relativ gleich bleibt und sich Sonneneinstrahlung und Bewölkung kaum verändern, spielt die Tageszeit weniger eine Rolle.

Die besten Beißzeiten zum Angeln auf Hecht Generell gilt, im Sommer hast du an einem Tag viele große Beißfenster mit Hang zu den Morgen- und Abendstunden. Im Winter hingegen hast du sehr wenige, kurze Phasen in denen die Hechte in Fresslaune sind. Die Kunst ist es, diese Zeitenster herauszufinden. Es ist durchaus möglich, wenn du ein Gewässer sehr gut kennst und seit Jahren beangelst, die Beißfenster auf den Monat und sogar auf die Stunde genau zu bestimmen. Hast du diesen Code einmal geknackt, regnet es Hechte.


Sonneneinstrahlung

Hechte haben nach oben gerichtete Augen. Sie greifen Ihre Beute überwiegend von unten, hinten oder seitlich an. Starke Sonneneinstrahlung stört die Sicht des Hechtes, daher bevorzugt dieser Räuber gemäßigte Lichteinstrahlung bis hin zum Zwielicht. Dieser Effekt gilt besonders bei flachen Gewässer von unter 5 m Tiefe bei denen die Sonne tief in das Wasser eindringen kann.

Besten Beißzeiten zum Angeln auf hecht bei SonneBei starker Sonneneinstrahlung solltest du daher tiefer oder an Stellen fischen wo das Licht nicht zu stark blendet. Dazu gehören Bäume unter Wasser, Seerosenblätter, Algen-Wolken, schattige Brücken, überhängende Baumkronen etc. Der Hecht mag, wie viele andere Räuber auch, Zwielicht – also gemäßigte Lichteinstrahlung bei der Umrisse verschwimmen und eine Tarnung besser wirkt.


Gewässerstruktur

Angreifen aus dem Hinterhalt ist eine Spezialität des Hechtes, deswegen versteckt er sich gern an Hindernissen. Halte daher an jedem Spot gezielt Ausschau nach Strukturveränderungen unter oder über Wasser. Oft sind Algen-Wolken, überhängende Bäume, Geäst im Wasser, Seerosenfelder, Brückenpfeiler ect. die Top Spots für Hecht. Diese Stellen solltest du immer als erstes anwerfen, bevor du den Rest deiner Angelstelle fächerförmig abwirfst. Auch solltest du mit deinem Köder verschiedene Tiefen abtasten, denn auch Löscher, Gruben oder Abbruchkanten sind Hot Spots und daher immer einen Anwurf wert.


Wassertrübung

Je nach Wassertrübung solltest du deinen Köder an die veränderten Sicht-Bedingungen unter Wasser anpassen. In sehr klarem Wasser solltest du daher auf natürliche Dekore setzen, denn im klaren Wasser reagieren die meisten Räuber stark auf visuelle Reize. Bei trüben Wasser solltest du deine Strategie etwas umstellen. Bei schlechten Sichtverhältnissen reagieren die Raubfische mehr auf Geruch, Druckwellen oder Geräusche. An Gewässern mit besonders starker Eintrübung, kannst du es mit modifizierten Ködern versuchen. Wie das geht, erfährst du in diesem Beitrag. Aber auch hier gilt, an jedem Gewässer reagieren die Räuber anders. Es ist durchaus möglich auch mit Signalfarben in klaren Gewässern gut zu fangen. eine 100% Regel gibt es auch hier nicht.


Der Wind

Oft hört man von Anglern das der Wind maßgeblichen Einfluss auf das Beißverhalten der Hechte hat und das auch die Windrichtung entscheidend sei. Wir können das, zumindest in unserer Region mit unseren eher kleineren und verwinkelten Gewässern, nicht bestätigen. Die besten Erfolge konnten wir ausnahmslos bei kompletter Windstille erzielen. Mit zunehmender Gewässergröße, kann der Wind aber stärker an Einfluss gewinnen. Denn Räuber stehen dort, wo warmes Wasser angespült wird und wo sich durch das Antreiben von Futter auch Brutfisch aufhält.


Die richtige Köderwahl

Die Wahl der richtigen Köder ist ein lang diskutiertes Thema. Jeder Angler hat da seine ganz speziellen Lieblinge. Allgemein sagt man, das bei klaren Gewässern auf natürliche Dekore und bei trüben Gewässern auf grelle Dekore zurückgegriffen werden sollte. Im Wesentlichen macht das Sinn und funktioniert. Aber wie immer beim Angeln, bestätigen Ausnahmen die Regeln. Probier einfach selbst ein paar Köder aus und fische mit denen, in denen du das meiste Vertrauen setzt. Nur ein Köder denn du gerne nutzt, dessen Laufeigenschaften du voll ausreizt und dem du vertraust, wird dir Hecht bringen!


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