Der Jerkbait – Ein perfekter Hechtköder

Jerkbait Hechtköder

Das Angeln mit dem Jerkbait gehört mit Abstand zu den fängigsten Methoden, wenn es um das Spinnfischen auf Hecht geht. Ich kann das nur bestätigen, denn seit dem ich selbst überwiegend mit Jerkbaits fische, verzeichne ich wesentlich mehr und vor allem größere Fänge. Doch woran liegt das? In dem folgenden Artikel erfährst du alles über das richtige Angeln mit dem Jerkbait.

Wir sprechen über:

  • Geeignete Gewässer
  • Das richtige Equipment
  • Eine durchdachte Köderwahl

Das richtige Equipment zum Angeln mit dem Jerkbait

Jerkbait als Hechtköder

Zunächst solltest du wissen, dass du zum Jerken meist ein etwas robusteres Equipment brauchst. Das gilt besonders beim Fischen mit schweren Jerkbaits auf große Hechte. Die meisten Jerks werden mit einer Kombination aus Schlagen in die Schnur, Zupfen mit der Rutenspitze und Einholen mit Spinnstops in Bewegung versetzt. Dabei gehört das Schlagen in die Schnur wohl zu den bekanntesten Fortbewegungsmethoden. Besonders diese Methode führt aber zu schneller Materialermüdung und erfordert ein zuverlässiges Equipment. Dazu zählt eine ausreichend Starke Rute (Spinnrute oder Jerkrute), ein gutes Vorfach und eine zuverlässige Schnur sowie eine dazu passende Rolle.

Unsere Kombo zum Jerken

In unserem Beispiel verwenden wir eine recht starke Kombo, die speziell für das Jerken mit großen Jerks ab 50 Gramm gut funktioniert:

  • Rute: Muscle Sticke Diabolo Neo* von Balzer / 2,15 m / WG 50-175 g
  • Rolle: Panacor 6PiF von Comoran / 4000
  • Schnur: Climax Mono / 0,35 mm / 10,2 kg Tragkraft
  • Köder: Der Scar Bait von Fischers Gold

Die gesamte Kombo haben wir für einen Preis von unter 70 Euro bekommen. Für diesen geringen Preis ist das wirklich eine Top Kombination in guter Qualität.

Muss es wirklich so schwer sein?

Nein. Selbstverständlich muss es nicht immer gleich ein Wurfgewicht bis 175 g sein. Viele Jerks kannst du bereits mit Ruten ab einem Wurfgewicht von 50g werfen. Es kommt immer darauf an, in welcher Gewichtsklasse sich deine Köder befinden. Du benötigst auch nicht zwingend eine spezielle Jerkbaitrute dazu, eine ausreichend starke Spinnrute mit einer nicht zu weichen Aktion, funktioniert ebenso gut. Es gibt natürlich auch Mini Jerkbaits für das UL Angeln. Unseren Mini Jerkbait Zocker XS kannst du zum Beispiel bereits mit einer zarten Ultra Light Rute fischen.

Ein Beispiel für das Angeln mit leichten Mini Jerkbaits findest du hier.


Welcher Jerkbait ist zu empfehlen?

Auswahl des richtigen Jerkbait als Hechtköder

Unseren schönen 80 cm Hecht (siehe oben) konnten wir mit dem Scar Bait von Fischers Gold landen. Wer gerne mit solchen Premium Angelködern fischt, für den ist der Scar Bait absolut die richtige Entscheidung. Der Köder ist fängig, ein Unikat und auch für Anfänger gut geeignet.

Welchen Jerkbait wir ausßerdem empfehlen

Natürlich fischen wir nicht nur mit unseren hauseigenen Ködern, sondern auch mit anderen Marken. Im Laufe der Zeit sind uns dabei einige Jerkbaits aufgefallen, die immer wieder gute Fänge gebracht haben. Hast du ein paar dieser Jerks in deiner Angelbox, bist du schon sehr gut ausgerüstet:

  • Jerkbaits Holo Select von Jaxon ( sinkend mit Rassel )
  • Salmo Slider* ( sinkend ohne Rassel )

Leider gibt es, wie bei allen anderen Köderarten auch, Modelle die keinen Fisch bringen. Worauf es bei der Wahl des richtigen Jerkbaits ankommt, erfährst du im nächsten Abschnitt.


Welche Eigenschaften sollte dein Jerkbait haben?

Im Allgemeinen können wir Jerkbaits mit viel Aktion empfehlen. Ebend diese, die durch das Schlagen in die Schnur im Zick-Zack-Muster laufen. Auch beim Absinken sollten deine Jerks eine Aktion aufzeigen. Die häufigsten Anbisse bekommen wir, mit Jerkbaits die ein nervöses Laufverhalten haben. Anbisse kommen zu 90% in der Absinkpahse, also in dem Moment, in dem der Köder auf der Stelle absinkt und dabei leicht flattert und taumelt. Auch beim langsamen Einholen sollte dein Jerkbait eine schlangenlinienartige Laufbahn aufweisen. Denn so kannst du ihn auch über Flachzonen attraktiv anbieten.

Du kannst dir ziemlich sicher sein, dass du mit einem fängigen Jerkbait angelst, wenn du auf folgende Eigenschaften achtest:

  • Dein Jerk entfaltet eine starke Aktion beim Schlagen in die Schnur
  • Dein Jerkbait hat auch beim Absinken eine Aktion
  • Dein Jerkbait bewegt sich auch beim langsamen Einholen in einer natürliche Luafbahn

Natürlich basieren diese Tipps nur auf unseren eigenen Erfahrungen. Je nach Region und Gewässer gibt es hier ggf. Unterschiede.

Jerks mit oder ohne Rassel verwenden?

Genauso kannst du fragen: Fluo oder Stahlvorfach? Die Antwort lautet: Es kommt darauf an.

In stark beangelten Gewässern, kannst du davon ausgehen, dass viele der Pikes bereits wissen was eine Rassel ist. In dem Fall sind Rasseln natürlich kontraproduktiv. Hechte sind nämlich durchaus in der Lage, sich Dinge zu merken. Darunter zählt auch das Geräusch einer Rassel oder der Anblick eines Stahlvorfach.

In abgelegenen, naturbelassenen und wenig beangelten Gewässern hingegen, kann eine Rassel Gold wert sein. Denn die Rassel hat eine hervorragende Lockwirkung, die sehr weit zu hören ist. Der Einsatz einer Rassel ist also Gewässerabhängig und abhängig davon, ob die dort vorhandenen Raubfische das Rasselgeräusch bereits kennen. Merke dir also folgendes:

  • Überfischte Gewässer: Keine Rassel
  • Abgelegene Gewässer: Mit Rassel

Welches Gewicht soll ich nehmen?

Es kommt drauf an. Am liebsten fischen wir Jerkbaits um die 40 – 50 Gramm in der Größe 10 – 13cm, wenn es auf Hecht in kleineren regionalen Gewässern geht. Das ist ein gutes Mittelmaß und eine ausgezeichnete Allroundgröße. Je nach Angelkombo, Zielfisch und Gewässer, fangen Mini Jerks bereits bei wenigen Gramm Gewicht an und gehen rauf auf über 60 Gramm. Wenn du tief fischen willst, wirst du dem entsprechend schwerere Jerks verwenden müssen, die schnell absinken. Wenn du hingegen flach fischen willst, sind langsam sinkende bis auftreibende Köder ideal. Zum Angeln mit der UL sind Mini Jerks bestens geeignet.

Überlege dir am besten schon vorher, in welchen Tiefen du angeln willst und was der Zielfisch ist.


In welchen Gewässern kommt der Jerkbait zum Einsatz?

Gewässer für Jerkbait

Am besten Angelst du mit dem Jerkbait in Flachzonen mit wenigen Metern Wassertiefe. Dazu zählen Seen, Kiesgruben, Kanäle, Häfen oder Tagebaulöscher. Das Jerken kann sowohl im klaren Wasser, als auch im trüben Wasser funktionieren. Stark sinkende Modelle sind gut für tiefere Zonen geeignet. Langsam sinkende Modelle eignen sich gut für Flachzonen. Auftreibende Modelle eignen sich gut für stark verkrautete Zohnen, bei denen die Wasserpflanzen fast bis zur Oberfläche ragen. Wenn du mit der UL unterwegs bist, kannst du natürlich auch Mini Jerkbaits wie den Zocker XS zum Angeln an Fluss und Bach benutzen.

Weitere Tipps zum Angeln auf Hecht bekommst du übrigens hier.


Bringen große Jerks immer große Fische?

Ganz klar nein. Selbstverständlich wird es ein großer Fisch sein der anbeißt, wenn du mit einem riesigen Jerkbait im großen See angelst. Das bedeudet aber nicht, dass du nicht auch mit kleinen Jerkbaits erfolgreich sein kannst. Mit kleinen Jerkbaits zwischen 5 – 13cm hast du eine wesentlich höhere Beißfrequenz und nette Beifänge. Darüber hinaus solltest du deine Ködergröße immer an die Gegebenheiten deines Spots und die Jahreszeit anpassen.

In der kalten Jahreszeit bevorzugen unsere Räuber eher große und fettige Nahrung. Der Weg zum Futter darf im Winter möglichst wenig kostbare Energie verbrauchen. Ergo solltest du entsprechend große Köder nutzen, für die sich ein anstrengender Sprint zum Futter auch lohnt für den Hecht. Im Sommer hingegen ist viel Kleinbrut unterwegs, viele Hechte schießen sich zu dieser Zeit auf kleine Beutefische ein. Meterfische können im Sommer nicht selten mit Ködergrößen unter 10cm gefangen werden.

Tipp:

An besonders markannten Spots, wie zum Beispiel an einer Wehranlage oder einer Schleuse, können große Räuber manchmal erstaunliche Verhaltensweisen aufzeigen. Beim öffnen einer Schleuse oder dem Reinigen solch einer Wehranlage, entfliehen besonders im Frühjahr und Sommer Massen von kleinen Brutfischen. Viele Räuber kennen diese Geräusche und warten bereits auf ihre Mahlzeit. Es ist durchaus möglich, dass an solchen Spots auch sehr große Raubfische (1m+) auf sehr kleine (5cm) Köder anbeißen. Du solltest also an solchen Spots immer auf Überaschungen vorbereitet sein und niemals mit einer zu leichten Kombo oder ohne entsprechendem Vorfach angeln.


Unser Fazit zum Jerkbait

Der Jerkbait ist ein sehr interessanter Hechtköder und zählt mit zu den zuverlässigsten Hardbaits zum Spinnangeln. Es gibt kaum einen anderen Köder der ein ähnliches Bewegungsmuster aufweist und so individuell geführt werden kann wie der Jerkbait. Wenn auch du ein passionierter Spinnfischer bist, dann solltest du in jedem Fall ein paar dieser Teile in deiner Tacklebox haben.


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